Mittwoch, 17. Januar 2018

Mein Glaubenszeugnis auf dem Jakobsweg



Als ich mich 2005 das erste Mal auf den Jakobsweg machte (300km von Leon nach Santiago) ahnte ich nicht, welche Auswirkungen das auf mein weiteres Leben haben sollte. Mir war so, als ob Jakobus sagte: „Mädchen, das ist normaler Urlaub. Komm gefälligst von zu Hause wieder.“ Also beantragte ich zu Hause Altersteilzeit. Im letzten Urlaub startete ich nach der Sonntagsmesse im Kölner Dom, mit Pilgersegen, dann begleitete mich Christus ein Stück in einer Prozession in Lyskirchen. Dankbar bin ich vielen Priestern, die mir auf dem Weg gastlich ihr Haus öffneten. Und auch sonst war immer Seine Hand über mir. So kam ich nach 3 Wochen gut in Straßburg an.

 Ostern 2008 machte ich mich mit der Kraft des Auferstandenen dann weiter auf den Weg. Und auch auf diesen 2500km spürte ich Seine Begleitung. Ob alleine auf dem Weg von Straßburg nach Le Puy en Vellay, ob von dort mit anderen Pilgern bis Saint Jean Pied de Porte, oder dann das letzte Stück bis Santiago mit sehr vielen Pilgern, immer spürte ich diese Geborgenheit, die mich auch jetzt weiterhin begleitet. Nicht nur, dass ich immer ein Bett fand, ich fand auch freundliche Menschen aus aller Welt, die gemeinsam Menschlichkeit lebten. Dieses Vertrauen wird mich nicht mehr verlassen.
Und nach dem Pilgerweg ging es weiter. Zunächst durfte ich voll Freude meine Erfahrungen mit vielen Bildern in meiner und umliegenden Pfarren weitererzählen. In unserer KFD gründete ich mit Elisabeth eine Pilgergruppe, die seitdem jedes Jahr auf den um Köln liegenden Pilgerwegen an Samstagen unterwegs ist. 

Außerdem darf ich in einer Herberge in Pamplona als Herbergsmutter jährlich 3 Wochen lang Pilger begleiten und mit ihnen das Abendgebet sprechen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber das schönste Geschenk erhielt ich, als ich ins „Pastorale Projekt“ aufgenommen wurde und direkt meinen Glauben an und in der Kathedrale bekunden darf. In Stuttgart begründet und von der Deutschen Bischofskonferenz begleitet, sind seit 2009 jeweils 1 Priester und 2 Laien in der Seelsorge den Sommer über in Santiago.  Um 8 Uhr beginnen wir den Tag mit einer deutschsprachigen Messe, wir bieten Gespräche und das Sakrament der Versöhnung an und beenden den Tag mit einem spirituellen Rundgang um die Kathedrale. Besonders wichtig ist mir dabei die Figur von La Fe, dem Glauben. Das Kreuz für Tod und Auferstehung und die Eucharistie für Jesu Gegenwart bei uns, Dreh- und Angelpunkt der Verkündigung. 
Und auch im persönlichen Umfeld, in der Öffentlichkeit führt die Muschel, die ich trage, sehr oft zu Gesprächen, die im Glauben verwurzelt sind.

 
Danke für diese Sinnerfüllung.
Gerda Montkowski

Dienstag, 16. Januar 2018

Psalmenmalen - Psalm 117

Kurzer Lobgesang



Lobt den HERRN, ihr Völker alle! Preist ihn, ihr Menschen aus allen Nationen!
Ja, machtvoll breitet er seine Güte über uns aus.Und die Treue des HERRN besteht für alle Zeit!


Halleluja!



Psalm 117 nach der Übertragung der Basisbibel
Im Video liegt die Tonspur des Projektes Psalmengeflüster aus Luzern zugrunde; hierbei wird die Übertragung der Einheitsübersetzung verwendet.

Montag, 15. Januar 2018

Aufgewachsen in der Gemeinde



Schon als Kleinkind besuchte ich mit meiner Familie regelmäßig die Gottesdienste in meiner Heimatgemeinde St. Mariä Heimsuchung. Das Mitmachen bei der jährlichen Sternsingeraktion und dem Krippenspiel waren selbstverständlich. Ich bin in Kirche groß geworden. Kirche war und ist Heimatgefühl. Schon meine zwei älteren Brüder waren Ministranten und in der Pfarrjugend aktiv. Sie haben mich zu verschiedenen Angeboten der Gemeinde für Kinder und Jugendliche mitgenommen. Nach meiner Erstkommunion 2001 wurde ich selbst Messdienerin und habe diesen Dienst über 14 Jahre treu und sehr gerne getan. Auch in der Jugendarbeit war ich mehrere Jahre aktiv, bin mit auf Ferienfreizeiten gefahren und habe Gruppenstunden angeboten. Besonders in der Messdiener- und Jugendarbeit habe ich Gemeinschaft empfunden und es haben sich viele Freundschaften gebildet. Diese Erfahrungen haben mich dazu bewogen, mehr von meinem Glauben zu lernen und mich mit meinem Glauben auseinanderzusetzen. So habe ich 2011 mein Theologiestudium an der Hochschule der Steyler Missionare begonnen.

Für mich ist Glauben Herzenssache. Ich möchte meine Begeisterung für den Glauben weiterschenken und durch mein Leben ein lebendiges Glaubenszeugnis geben. Inzwischen arbeite ich als Pastoralassistentin im EB Köln und bin glücklich mit meiner Berufswahl. Ich finde es toll, wenn sich Jugendliche und junge Erwachsene heute noch mit „ihrer Kirche“ vor Ort/ in der Stadt verbunden fühlen.  Mir ist es wichtig, dass Kirche vor Ort geprägt ist durch Leben: Kleinkinder, die in Bewegung sind, wenn sie mit ihren Familien Gottesdienst feiern; Kinder und Jugendliche als Ministranten am Altar oder auch im Lektorendienst.

Sarah Rockenfeld

Sonntag, 14. Januar 2018

Psalmenmalen - Psalm 63

Meine Seele dürstet nach Gott

631 EIN PSALM, MIT DAVID VERBUNDEN. DAMALS, ALS ER IN DER WÜSTE JUDA WAR.



Gott, du bist mein Gott, dich suche ich. Meine Seele dürstet nach dir.
Mein Leib schmachtet nach dir im trockenen Land. Er lechzt nach Wasser, aber es ist keines da.
So halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum. Ich will deine Kraft und Herrlichkeit erfahren.
Ja, deine Güte bedeutet mir mehr als das Leben. Meine Lippen sollen dich dafür loben.
So will ich dich preisen mein Leben lang. Mit deinem Namen auf den Lippen erhebe ich meine Hände zum Gebet.
Wie von Speise und Trank wird meine Seele satt. Lauter Jubellieder kommen von meinen Lippen.
Oft habe ich auf meinem Lager an dich gedacht. Eine Nachtwache um die andere habe ich über dich nachgedacht:
»Du bist es gewesen, der mir geholfen hat!« Im Schatten deiner Flügel preise ich dich.
Meine Seele klammert sich an dich. Deine starke Hand hält mich fest.
Doch diese Leute wollen mir grundlos ans Leben.In die Tiefen der Erde sollen sie hinabstürzen.
Der Gewalt des Schwerts soll man sie ausliefern. Sie werden zur sicheren Beute für die Schakale.
Der König aber darf sich freuen über Gott! Jeder darf sich rühmen, der bei ihm geschworen hat. Ja, endlich wird den Lügnern das Maul gestopft!

Psalm 63 nach der Übertragung der Basisbibel
Im Video liegt die Tonspur des Projektes Psalmengeflüster aus Luzern zugrunde; hierbei wird die Übertragung der Einheitsübersetzung verwendet.

Samstag, 13. Januar 2018

Neue Nachbarn in Mülldorf



Die Flüchtlingswelle 2015 hat auch mich überrollt und verunsichert. Um jedoch meinen eigenen Vorurteilen entgegen zu wirken, habe ich mich mit meinem Mann darum bemüht, in direkten Kontakt mit den Flüchtlingen zu treten.

Dies war nicht einfach. Erst einmal wurde überall unsere Hilfe abgelehnt. Wir hatten den Eindruck, dass jeder Helfende seinen eigenen Flüchtling beanspruchte bzw. keine Hilfe benötigt wurde, da mittlerweile alles geregelt war.
Wir haben nicht locker gelassen. So kam es im August 2015 dazu, dass wir von den Begegnungsfesten „Neuer Nachbarn“ in Mülldorf erfuhren. Wir haben ein Begegnungsfest im Oktober besucht und wurden freudig von den Mülldorfern aufgenommen. Ebenso wurde unser Angebot, helfen zu wollen, ohne großes wenn und aber angenommen.

Diese Nachmittage wurden Grundlage für eine enge Beziehung zu einigen Syrern. Einen Syrer haben wir bis zum Familiennachzug bei uns aufgenommen. Nachdem seine Frau und seine drei Kinder im Dezember 2016 nach Deutschland kamen, sind sie in eine eigene Wohnung nach Siegburg gezogen. Der Kontakt brach danach nicht ab, sondern hat sich noch intensiviert. Sie sind Teil unserer Familie geworden.

Aufgewachsen mit christlichen Grundwerten und geprägt durch meine Oma, bei der ich die ersten 6 Jahre meines Lebens verbrachte, war es für mich selbstverständlich, hier Unterstützung anzubieten. Meine Oma musste im zweiten Weltkrieg flüchten, da ihre Heimat von anderen beansprucht wurde. Sie berichtete, dass sie aufgrund ihres tiefen Glaubens an Christus diese Flucht unbeschadet mit dem Rest ihrer Familie überlebt hat. Ich konnte nunmehr meinerseits die ihr entgegengebrachte Hilfe anderen zurückgeben.

Gleichzeitig wurde mir in den Kontakten zu den Flüchtenden bewusst, dass diese aufgrund ihres tiefen Glaubens an Allah die Strapazen sowie den Verlust der Familie ertragen konnten.
Dies hat mich persönlich gestärkt! Ich spüre wieder, dass ein starkes Gottvertrauen zu einem reichen und zufriedenen Leben führt. Reich an entgegengebrachtem Respekt und Dankbarkeit sowie Zufriedenheit, die sich aus meiner eigenen Dankbarkeit, die Möglichkeit zu haben, Hilfe zu leisten, ergeben hat.

Eine Christin aus unseren Gemeinden

Freitag, 12. Januar 2018

Psalmenmalen - Psalm 126

Wie in einem Traum

EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.


Wir waren wie in einem Traum, als der HERR das Schicksal Zions zum Guten wendete:
Da füllte Lachen unseren Mund und Jubel löste uns die Zunge.
Da sagte man unter den Völkern: »Der HERR hat Großes an ihnen getan!«
Ja, der HERR hat Großes an uns getan! Wir waren in einem Freudentaumel.
HERR, wende unser Schicksal zum Guten –so wie du die Bäche im Negev füllst nach langer Trockenzeit.
Wer unter Tränen mit der Saat beginnt, wird unter Jubel die Ernte einbringen.
Noch geht er, geht weinend aufs Feld, wenn er den Beutel zur Aussaat trägt.
Dann kommt er, kommt jubelnd zurück, wenn er seine Garben nach Hause trägt.


Psalm 126 nach der Übertragung der Basisbibel
Im Video liegt die Tonspur des Projektes Psalmengeflüster aus Luzern zugrunde; hierbei wird die Übertragung der Einheitsübersetzung verwendet.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Adventsmarkt vor St. Georg in Buisdorf



Schon im 3. Jahr haben wir als Freie evangelische Gemeinde Rhein-Sieg die Möglichkeit, den Adventsmarkt in Buisdorf musikalisch durch das gemeinsame Singen und den Bläserchor zu ergänzen. Seit letztem Jahr ist auch Regina mit einem Stand des Spielmobils dabei, zu dem sie in den Sommermonaten gewöhnlich auf den Spielplatz in Buisdorf zum Mitspielen einlädt.


Zum zweiten Mal habe ich selbst musikalisch mitwirken können und das macht mir immer besonders viel Freude. Zum einen, weil es schön ist miteinander zu Singen und zum anderen, weil ich die Offenheit und die Gemeinschaft in Buisdorf, zu der wir damit auch eingeladen sind, sehr mag.
Was mir zu dieser Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit  – neben der Atmosphäre, der Stimmung und der Vorfreude - aber immer wichtig wird, ist die Dankbarkeit Gott gegenüber. Er hat uns durch seine Großzügigkeit und seine Liebe ermöglicht, eine Beziehung zu ihm aufzunehmen, indem er uns seinen Sohn auf diese Erde geschickt hat und unser Leben so erst einen Sinn bekommen hat. Und genau das feiern wie an Weihnachten. Für mich ist es immer wichtig, dass Weihnachten auch einen persönlichen Bezug hat und dass ich mich auch wieder neu darauf besinne.
Ich möchte Gott nicht nur in der Kirche, in Gemeinschaft und an besonderen Feiertagen erleben, sondern ich möchte, dass er Bestandteil meines Alltags ist und ich ihn bei alltäglichen Entscheidungen mit einbeziehe. Und wie ich es aus seinem Wort verstanden habe, will er genau das – Gemeinschaft mit uns haben und an unserem Leben teilhaben. Und mit ihm an meiner Seite erscheinen mir dann die eigenen Probleme gleich viel kleiner, weil ich sie nicht alleine bewältigen muss. Das gibt mir auch im Alltag Kraft und Freude am Leben.

Lia Neußer

Mittwoch, 10. Januar 2018

Psalmenmalen - Psalm 1

Die Freude an Gottes Wort

Glücklich ist der Mensch, der in dieser Weise lebt:


Er folgt nicht dem Vorbild der Frevler und er betritt nicht den Weg der Sünder.
Mit Leuten, die über andere lästern, setzt er sich nicht an einen Tisch.
Vielmehr macht es ihm Freude, in der Heiligen Schrift zu lesen.
Tag und Nacht denkt er darüber nach und sagt Gottes Wort laut vor sich hin.
Er gleicht einem Baum, der am Wasser gepflanzt ist.
Seine Früchte trägt er zu seiner Zeit und seine Blätter welken nicht.

Alles, was er tut, gelingt ihm gut.
Ganz anders ist das bei den Frevlern:
Wirklich, sie gleichen der Spreu, die der Wind vom Dreschplatz fegt.
Darum können die Gewalttätigen vor dem Gericht nicht bestehen.
Und für die Sünder ist kein Platz in der Gemeinde der Gerechten.

Ja, der HERR achtet auf den Weg, den die Gerechten gehen.

Doch der Weg der Gewalttätigen führt direkt in den Untergang.


Psalm 1 nach der Übertragung der Basisbibel
Im Video liegt die Tonspur des Projektes Psalmengeflüster aus Luzern zugrunde; hierbei wird die Übertragung der Einheitsübersetzung verwendet.

Dienstag, 9. Januar 2018

Pilgern auf dem Jakobsweg in Deutschland




Alle Bilder: Elisabeth Becker
Seit November 2010 ist eine Pilgergruppe auf den Jakobswegen in Deutschland unterwegs. Viele hundert Kilometer sind wir seitdem gewandert. Angefangen haben wir mit dem Weg von Sankt Augustin über Trier nach Schengen. Seither sind wir von Köln nach Aachen, von Bonn nach Bingen, von Marburg nach Köln und jetzt als letztes von Nimwegen nach Köln gepilgert. Initiiert durch die kfd an St. Martinus, aber übergreifend auf alle Pfarreien im Seelsorgebereich. 

Mittlerweile sind wir ein „harter Kern“ von ca. 15 Pilgern (Frauen und Männer), neue Mitpilger sind aber immer herzlich willkommen. Es sind neue Freundschaften entstanden, man ist füreinander da. Kürzlich hat eine Pilgerin ihren Lebensgefährten verloren. Da ist es selbstverständlich, dass man füreinander betet.
Unseren Pilgerweg beginnen wir morgens immer mit einem Morgengebet, mittags um 12:00 Uhr beten wir den Engel des Herrn. Wo es sich ergibt, halten wir eine Statio, egal ob es in der freien Natur oder in einer Kirche ist. Bei Übernachtungen halten wir eine Wortgottesfeier, wenn sich die Gelegenheit einer Eucharistiefeier nicht bietet. 

Unterwegs gibt es immer wieder beeindruckende Momente und Erlebnisse, wobei es immer positive Erlebnisse sind.
Beeindruckend war unsere Wortgottesfeier auf „dem Papsthügel“ des Marienfeldes in Kerpen. Ganz nah war die Gegenwart des Weltjugendtages 2005 in Köln und die große Abschlussfeier mit dem Papst.
Auch die kleinen Begebenheiten beeindrucken: in der Kapelle eines Seniorenwohnheims sangen wir „Laudate omnes gentes“. Vor der Tür des Wohnheimes saßen einige Senioren in der Sonne und hatten uns gehört. Sie baten uns, noch einmal für sie zu singen, es wäre so schön gewesen.
Wo wir als Pilger erkannt werden heißt es oft: sprecht ein Gebet für mich mit. Immer wieder gibt es Menschen, die einem einen kleinen Einblick in ihr Leben geben, einen für kurze Zeit daran teilhaben lassen.
Praktische Hilfe erfahren wir auch immer wieder: egal ob wir ein trockenes Plätzchen für die Mittagspause suchen, das Trinkwasser zu Ende geht oder ganz profan eine Toilette gesucht wird: die Menschen auf dem Weg sind immer hilfsbereit.
Aber auch das Stillwerden, das Ausspannen vom Alltag, die beeindruckende Natur: all das sind Erfahrungen, die niemand von uns mehr missen möchte. 

Daher wird es wohl auch im Jahr 2018 weitergehen. Geplant ist, den Lahn-Camino zu gehen. Auch hier heißt es dann wieder: neue Pilger herzlich willkommen.
Buen camino!


Elisabeth Becker, Teamsprecherin kfd an St. Martinus